Stimmungsveränderungen können zu den verunsicherndsten Erfahrungen der Perimenopause gehören. Vielleicht fühlst du dich weniger stabil, ängstlicher, ungewöhnlich traurig oder nicht wie du selbst. Diese Belastung ist real. Sie ist kein Charakterfehler — und sie sollte nicht auf ein Schlagwort über Hormone reduziert werden.
Was bekannt ist — und was nicht
WHO, NHS und NICE nennen gedrückte Stimmung, depressive Symptome, Angst und weitere Stimmungsveränderungen als mögliche Erfahrungen während des menopausalen Übergangs. Schlafstörungen, Hitzewallungen, körperliche Beschwerden, Belastungen in Arbeit oder Sorgearbeit, Beziehungen, frühere Traumata und eine bestehende psychische Erkrankung können mit biologischen Veränderungen zusammenwirken. Forschung zeigt Zusammenhänge in Gruppen; aus einem einzelnen Symptom lässt sich nicht ableiten, was bei einer einzelnen Person genau geschieht.
NICE unterscheidet ausdrücklich zwischen depressiven Symptomen, die nicht die Kriterien einer Depression erfüllen, und einer depressiven Erkrankung. Die Perimenopause kann in beiden Situationen relevant sein, ersetzt aber keine psychische Diagnostik. Neue oder zunehmende Beschwerden können außerdem mit einer Schilddrüsenerkrankung, Blutarmut, Medikamenten, Alkohol oder anderen Substanzen oder einer weiteren Erkrankung zusammenhängen.
Betrachte das ganze Muster
Mögliche Veränderungen sind anhaltende Niedergeschlagenheit, Angst, Panik, Reizbarkeit, Verlust von Interesse oder Freude, geringeres Selbstvertrauen, Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen. Eine kurze private Notiz zu Stimmung, Schlaf, Zyklusveränderungen, Hitzewallungen, Medikamenten und Auswirkungen im Alltag kann einer Fachperson helfen, das Muster zu verstehen. Du musst aber kein Protokoll führen, bevor du um Hilfe bitten darfst.
Sprich mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer qualifizierten psychotherapeutischen Fachperson, wenn Beschwerden anhalten, zunehmen, Arbeit oder Beziehungen beeinträchtigen oder dich einfach beunruhigen. Bitte um eine Einschätzung, die sowohl wechseljahresbezogene Beschwerden als auch andere mögliche Ursachen berücksichtigt. Wenn du bereits psychisch behandelt wirst oder Medikamente einnimmst, ändere oder beende die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit der verordnenden Fachperson.
Unterstützung ist individuell
Bei depressiven Symptomen, die zeitgleich mit anderen wechseljahresbezogenen Beschwerden begonnen haben, aber nicht die Kriterien einer Depression erfüllen, kann laut NICE nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung eine Hormonersatztherapie erwogen werden. Eine wechseljahresspezifische kognitive Verhaltenstherapie kann bei bestimmten depressiven Symptomen im Zusammenhang mit vasomotorischen Beschwerden infrage kommen. Bei Verdacht auf oder Diagnose einer Depression sollte die Depressionsbehandlung parallel zur Wechseljahresbetreuung erfolgen; psychotherapeutische, medikamentöse, praktische Unterstützung oder eine Kombination kann passend sein.
Schlafunterstützung, machbare Bewegung, regelmäßiges Essen, weniger Alkohol und Kontakt zu vertrauten Menschen können das Wohlbefinden stützen. Sie ersetzen keine Behandlung, und wenn sie gerade schwerfallen, ist das kein Versagen. Keine verantwortungsvolle Quelle kann versprechen, dass ein einzelnes Hormon, Nahrungsergänzungsmittel, eine App oder Routine jedes Stimmungssymptom löst.
Wenn Hilfe nicht warten kann
Hole sofort Hilfe über den örtlichen Krisen- oder Rettungsdienst, wenn du dir selbst oder jemand anderem etwas antun könntest, deine Sicherheit nicht gewährleisten kannst oder schwere Verwirrtheit, Halluzinationen beziehungsweise eine plötzliche extreme Verhaltensänderung erlebst. Informiere eine vertraute Person und bleibe, sofern ihre Einbeziehung sicher ist, nicht allein, während Hilfe organisiert wird. Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid brauchen sofort menschliche Unterstützung. In Deutschland erreichst du bei akuter Gefahr den Notruf 112 und die TelefonSeelsorge unter 116 123.
Mama Bloom kann dir helfen, Muster wahrzunehmen und unterstützende Routinen zu üben. Die App ist aber kein Krisendienst und kann keine psychische Erkrankung diagnostizieren oder behandeln.