Matreszenz — ein Begriff der Anthropologin Dana Raphael von 1973 — beschreibt die tiefgreifende Entwicklungsphase, die eine Frau durchläuft, wenn sie Mutter wird. Wie die Adoleszenz beinhaltet sie hormonelle Umwälzungen, neurologische Veränderungen und eine grundlegende Neuorganisation der eigenen Identität.
Im Gegensatz zur Adoleszenz erhält die Matreszenz kaum kulturelle Anerkennung. Wenn eine neue Mutter sich desorientiert fühlt oder ihre frühere Identität betrauert, schlussfolgert sie, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Das stimmt nicht.
Neurologisch verändert sich das Gehirn einer Mutter während und nach der Schwangerschaft physisch. Die für Bedrohungserkennung, soziale Kognition und Emotionsverarbeitung zuständigen Bereiche werden umgestaltet.
Maternale Ambivalenz — das gleichzeitige Empfinden von Liebe und Ressentiments — ist eines der universellsten, aber am wenigsten diskutierten Aspekte der Mutterschaft. Es macht dich nicht zu einer schlechten Mutter. Es macht dich menschlich.
Du verlierst dich nicht. Du wirst mehr.